Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung legte das Ziel einer weitgehenden Treibhausgasneutralität bis 2050 fest (Bundesregierung, 2016). Dieses Zieldatum ist inzwischen überholt: Das Bundes-Klimaschutzgesetz verpflichtet Deutschland, Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen (Umweltbundesamt, 2024a). Das Ziel gilt sektorenübergreifend, also nicht nur für die Energieerzeugung. Auf dem Weg dorthin sollen die Emissionen bis 2030 um mindestens 65 % und bis 2040 um mindestens 88 % gegenüber 1990 sinken (Umweltbundesamt, 2024a).
Der Ausbau der erneuerbaren Energien bleibt eine wesentliche Säule dieser Strategie. Für die Einordnung der Entwicklung verweist das Umweltbundesamt auf aktuelle Kennzahlen zu erneuerbaren Energien in Deutschland (Umweltbundesamt, 2026). Bioenergie aus Holz, Energiepflanzenanbau oder Reststoffen wie Stroh, Biomüll und Gülle ist dabei ein wichtiger Baustein.
Um ihre Klimaschutzziele zu erreichen, hat die Bundesregierung ab 2021 eine massive CO2-Bepreisung für fossile Brennstoffe eingeführt.
Für Unternehmen bedeutet das konkret: Die Wärmeerzeugung aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas, Flüssiggas oder Heizöl wird durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) laufend teurer. Biogene Brennstoffe können dagegen unter bestimmten Voraussetzungen mit einem CO₂-Emissionsfaktor von null angesetzt werden und fallen damit nicht unter die CO₂-Bepreisung. Das senkt die laufenden Energiekosten direkt und macht die Kalkulation planbarer. Voraussetzung ist die Erfüllung der einschlägigen Nachhaltigkeits- und Nachweisanforderungen; für Bestandsanlagen regelt dies die DEHSt (Deutsche Emissionshandelsstelle) im Rahmen ihrer Merkblätter zur Biomasse-Nullansetzung (DEHSt, 2025). Setzen Sie beispielsweise Hackschnitzel oder Pellets statt Erdgas oder Heizöl ein, lassen sich die Brennstoffkosten je nach Marktlage und Lieferkette zusätzlich stabilisieren.
Als biogene Festbrennstoffe werden hauptsächlich Reststoffe verwendet – also Biomasse, die zu anderen Zwecken als für die Verbrennung kaum geeignet ist. Hierzu zählen beispielsweise Wald- und Industrierestholz, Altholz, Garten- und Parkabfälle und Stroh.
Vorzüge biogener Festbrennstoffe
Wer seine Energieerzeugung auf ein Biomasse-Heiz(kraft)werk umstellt, kann von staatlicher Förderung profitieren. Die BAFA fördert im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) den Einbau von Biomasse-Heizkesseln in Nichtwohngebäuden (BAFA, 2026). Über die KfW stehen zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss zur Verfügung, etwa im Programm 263 für Nichtwohngebäude (KfW, 2026). Speziell für Prozesswärme aus erneuerbaren Energien fördert die KfW im Modul 2 des Programms 295 unter anderem Biomasse-Feuerungsanlagen mit Tilgungszuschüssen von 20 bis 40 Prozent der Investitionsgesamtkosten, abhängig von der Unternehmensgröße (KfW Bankengruppe, 2025). Die konkrete Förderhöhe richtet sich jeweils nach Programm, Maßnahme, Effizienzstandard und förderfähigen Mehrkosten. Prüfen Sie die jeweils aktuellen Programmbedingungen bei KfW oder BAFA.
Was wird gefördert?
Welche Brennstoffe werden gefördert?
Welche Brennstoffe im Einzelfall förderfähig sind, hängt vom jeweiligen Programm und den technischen Anforderungen ab. Prüfen Sie die aktuellen Förderbedingungen bei BAFA oder KfW.
Bei der Investition in ein Biomasse-Heiz(kraft)werk sollten Unternehmen, Einrichtungen oder Kommunen folgende Parameter prüfen:
Biomasse kann technisch in vielen dampfintensiven Industrieprozessen fossile Brennstoffe vollständig ersetzen. Damit lassen sich dampfintensive Verfahren wie Trocknen, Sterilisieren, Reinigen, Blanchieren oder Waschen auf Basis nachwachsender Rohstoffe realisieren. Ob biogene Brennstoffe bei der CO2-Bepreisung mit null Emissionen angesetzt werden dürfen, ist nach geltendem Recht allerdings an bestimmte Nachhaltigkeitsanforderungen und deren ordnungsgemäßen Nachweis geknüpft. Prüfen Sie daher frühzeitig, welche Kriterien Ihr konkreter Brennstoff und Ihre Anlage erfüllen müssen.
Ergänzend zum Ausbau erneuerbarer Energien haben Sie die Chance, durch bessere Energieeffizienz den Verbrauch fossiler Brennstoffe deutlich zu senken. Das reduziert sowohl den CO2-Ausstoß als auch Ihre Energiekosten.
Dekarbonisierung hat bereits heute viele Facetten: Wärmepumpen ergänzen die Wärmebereitstellung, Photovoltaik- und Windstrom sind auf dem Vormarsch. Aus erneuerbarem Strom können Wasserstoff oder Methan erzeugt werden. Durch intelligente Sektorkopplung und bessere Speichertechnologien werden Erdgas, Öl und Kohle schrittweise zurückgedrängt. Beschleunigt wird dieser Wandel durch wirksame Preissignale, Skalierungseffekte und den entschlossenen Willen von Gesellschaft und Politik.
Biomasse-Heiz(kraft)werke werden durch steigende CO₂-Preise und staatliche Förderung zunehmend wirtschaftlich attraktiv. Wer die Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt, setzt biogene Brennstoffe im Emissionshandel mit null Emissionen an und spart damit laufende CO₂-Kosten. Förderprogramme von KfW und BAFA decken zusätzlich einen erheblichen Teil der Investitionskosten ab. Ob sich die Investition im Einzelfall rechnet, hängt von der Auslastung, dem Brennstoffpreis und der Integration in die bestehende Versorgungsstruktur ab. Holen Sie sich deshalb am besten einen Planer mit dem nötigen Know-how an Bord. Im Zusammenhang der dargestellten Facetten ist auch die Umsetzung im Contracting möglich. Interessiert? Sprechen Sie uns gerne an.